Ich kneife mich manchmal in den Arm.
Camilla Maria Svenningsen ist Recyclingkoordinatorin und Mentorin im Rotkreuz-Megastore Amager. Ihre Arbeit befasst sich mit Wirtschaft, Recycling und den Menschen.
Im Laden heißt es, sie sei hinten im Laden, und es stimmt tatsächlich. Aus einem Hintergebäude voller Waren tritt Camilla Maria Svenningsen hervor.
„Wir gehen gleich nach oben“, sagt sie und entschuldigt sich für die Unordnung.
Ja, und das aus gutem Grund. Das Erdgeschoss dient als Teil des Lagers für die Waren, die der Laden verkauft. Überall stehen Möbel und Umzugskartons. Auf einem Tisch mitten im Raum liegen fünf Brettspiele.
ZUSAMMENARBEIT MIT ARC UND DER GEMEINDE TÅRNBY
Camilla hat vor einem Monat die Stelle als Recyclingkoordinatorin und Mentorin angetreten. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit besteht in der Koordination der Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz, dem Amager Resource Center (ARC) und der Gemeinde Tårnby. Das Projekt läuft seit drei Jahren und ist für das Geschäft von großem Wert.
Durch die Kooperation erhält der Laden regelmäßig Praktikanten, deren Bedarf das Rote Kreuz der Gemeinde Tårnby unter anderem im Hinblick auf die Betreuung der Praktikanten ermittelt. Außerdem stehen im Rahmen der Kooperation Recyclingcontainer des Ladens beim Recyclinghof ARC in Kirstinehøj bereit. Dort können Kunden Dinge abgeben, die zu schade zum Wegwerfen sind. Der Laden holt diese dann ab und verkauft sie.
PRAXIS MUSS BEDEUTUNG SCHAFFEN
„Meine Aufgabe ist die Koordination. Es geht nicht nur darum, herauszufinden, was sich gut verkauft und was nicht, sondern genauso sehr darum, herauszufinden, wo die Praktikanten in die von uns bereitgestellten Arbeitsfunktionen passen“, sagt Camilla Maria Svenningsen.
Die rund zehn Praktikanten des Ladens helfen unter anderem beim Abholen von Wertstoffen vom Recyclinghof und bringen sie zum Laden in der Amagerbrogade. Für Camilla ist es wichtig, dass die Arbeit den Praktikanten etwas bringt.
„Die Praxis sollte für diejenigen, die sich outen, sinnvoll sein. Ich bin strikt dagegen, dass Menschen zu etwas gedrängt werden, das in Bezug auf ihre Situation bedeutungslos ist. Mir ist es sehr wichtig, dass sich die Menschen sicher fühlen und den Ort als angenehm empfinden“, sagt sie.
EHEMALIGE MAKE-UP-ARTISTIN
Als Recyclingkoordinatorin und Mentorin muss Camilla Maria Svenningsen mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Die Praktikanten sollen Spaß haben, und der Laden soll Geld verdienen, das der Arbeit des Roten Kreuzes zugutekommt.
Dies erfordert Vielseitigkeit, die sich in Camillas bisherigen Tätigkeiten widerspiegelt. Sie ist ausgebildete Einkäuferin, hat aber auch als freiberufliche Visagistin, Antabuse-Apothekerin sowie als Beraterin, Mentorin und Unternehmensberaterin für sozial benachteiligte Menschen gearbeitet.
„Ich habe sowohl die kommerzielle Seite im Hinblick auf Handel und Geschäfte als auch die soziale Seite im Hinblick auf Menschen. Es ist die perfekte Kombination in diesem Job“, sagt sie.
EIN TRAUMJOB
Camilla Maria Svenningsen beschreibt die Stelle als Recyclingkoordinatorin und Mentorin als Traumjob. Als sie die Stellenausschreibung vor drei Jahren zum ersten Mal sah, war sie schwanger und konnte sich daher nicht bewerben. Als sich die Gelegenheit erneut bot, ergriff sie sie sofort.
„Es war der richtige Zeitpunkt in meinem Leben, und es war genau diese Kombination aus Beruf und Privatleben, die ich mir gewünscht hatte. Manchmal kann ich es kaum fassen, wie viel Glück ich habe, diesen Job zu machen und mit diesen tollen Menschen zusammenzuarbeiten. Es ist einfach unglaublich“, sagt sie.
EINE POSITIVE SPIRALE
Das Gleiche hätten Sie vielleicht auch woanders gefunden. Warum haben Sie sich entschieden, für das Rote Kreuz zu arbeiten?
„Ich wollte schon immer für eine humanitäre Organisation arbeiten. Ich bin ein großer Fan von Recycling und finde es toll, dass die Gewinne des Ladens anderen zugutekommen. Dass sich dieser Kreislauf selbst verstärkt. Und dass diejenigen, die ihn betreiben, nicht nur Freiwillige sind, sondern auch Praktikanten, die Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt benötigen“, sagt Camilla Maria Svenningsen.
„Wenn man ihnen dabei auch noch helfen kann, entsteht eine positive Spirale, die immer weiter wirkt. Alles, was wir hier tun, kommt anderen zugute, die es brauchen. Das ist wirklich ein großer Wert“, schließt sie.
MEHR
Der Rote-Kreuz-Megastore in Amager befindet sich in der Amagerbrogade 139. Sie können dem Geschäft folgen. auf Facebook.