Lena erhielt Hilfe bei der Wohnungssuche – und eine zusätzliche Familie.
Die 24-jährige Lena stand lange Zeit kurz vor der Obdachlosigkeit. Sie verlor ihre Wohnung und hatte wechselnde sexuelle Kontakte zu Freunden, bevor sie Hilfe bekam.
Heute lebt sie in einem Wohnheim in Amager, da sie durch das Projekt „Hjem til Dig“ (Suche Unterkunft) Hilfe erhalten hat. Das Angebot umfasst ehrenamtliche Wohnmentoren, die junge Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, unterstützen und ihnen bei der Wohnungssuche helfen, sowie ehrenamtliche Gastgeber, die jungen Menschen für einen begrenzten Zeitraum ein Zimmer anbieten.
Licht am Ende des Tunnels
„Ich wusste nicht, dass es beim Roten Kreuz ein Programm gibt, das jemandem wie mir helfen könnte. Ehrlich gesagt war ich ein großes Fragezeichen“, sagt Lena über die Situation, als sie zum ersten Mal von dem Angebot hörte.
Lena hatte wenig Hoffnung, da nach monatelanger Suche keine anderen Angebote gepasst hatten. Sie befand sich in einer ausweglosen Situation und sah keinen anderen Ausweg. Gleichzeitig unterzog sie sich nach einem längeren Aufenthalt in psychiatrischer Behandlung einer intensiven Therapie.
„Es war völlig überwältigend für mich. Nichts funktionierte oder lief nach Plan. Ehrlich gesagt, machte ich die Hölle durch. Ich fühlte mich sehr isoliert und allein.“ Lena erzählt, dass sie es sehr schwer hatte, als sie sich an das Rote Kreuz wandte.
Als Lena zum ersten Mal erfuhr, dass ihr eine feste Bezugsperson zur Seite gestellt werden könnte, die sie bei allen praktischen Angelegenheiten rund um ihre Wohnung unterstützen würde, begann sie zu weinen. Es waren Freudentränen, weil sie diese Hilfe bekommen konnte. Eine enorme Erleichterung, die den Druck auf ihren Schultern ein wenig linderte. Mit einer festen Bezugsperson an ihrer Seite war es einfacher und leichter, die vielen Unterlagen und Gespräche zu bewältigen.
Das erste Treffen endete mit vielen Tränen.
Sanne und ihre beiden Söhne waren zu Lena gegangen und hatten sie zu sich nach Hause eingeladen. Sie kannten sich nicht, würden sich aber kennenlernen, da nun nicht mehr nur drei, sondern vier Personen im Haus wohnen würden.
„Ich fing an zu weinen, als sie mir das Zimmer zeigte. Es war so groß und so schön. Ich hatte mehr Stauraum im Kleiderschrank als je zuvor in meinem Leben. Das hat mich zum Weinen gebracht.“
Für Lena, die ebenfalls mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen hatte, war es anfangs besonders schwer, Hilfe anzunehmen. „Ich habe die ganze erste Woche geweint. Es war unglaublich hart. Ich fühlte mich wie eine Last und wollte nicht viel Platz einnehmen.“ Trotzdem sagt sie, es sei gut gewesen, den Druck loszulassen. Es gab keine Erwartungen an ihre Beziehung, als sie einzog. Es ging im Grunde nur um die Chemie.
Lena fühlte sich nun zugehörig und als Teil des Familienlebens. Lange Zeit hatte es in ihrem Alltag keine festen Routinen gegeben, da sie so gestresst gewesen war, dass sie oft nicht einmal zum Zähneputzen oder Duschen kam. Mit der Wiedereinführung von Routinen fiel es Lena leichter, mit den vielen Gedanken umzugehen.
In einer Familie hilft jeder.
Jeden Morgen trafen sie sich zum Kaffee, bevor Lena mit dem Familienhund in Amagerfælled Gassi ging. Das half der Familie, die nicht immer Zeit für den Spaziergang hatte, aber auch Lena, die so frische Luft und Bewegung in ihren Alltag integrieren konnte. Sanne ist selbst eine aktive Frau und nahm Lena mit auf Fahrradtouren, was für sie eine große Inspiration war. Lena fühlte sich nicht mehr als Belastung, als Gastgeberin Sanne mehrmals betonte, dass auch die Familie viel lerne.
Es war also nicht nur Lenastwegen, dass sie ihr Haus öffneten. Sanne findet es besonders wichtig, ihren Kindern zu zeigen, dass nicht jeder so privilegiert ist wie sie. Viele Menschen haben es schwer. Sie hofft, dass ihre Söhne dadurch mehr Empathie für andere entwickeln, da dies ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens ist. Offenheit und Fürsorge sind Werte, die Lena neben den grundlegenden praktischen Dingen, wie zum Beispiel dem Erstellen eines Budgets, von der Familie mitnehmen wird.
Lena hat das Gefühl, eine erweiterte Familie gewonnen zu haben, in der die Tür immer offen steht – egal, ob sie dort wohnt oder nicht.
„Ohne die Hilfe des Roten Kreuzes und von Sanne wüsste ich nicht, wo ich heute wäre.“ Die gute Beziehung zwischen Sanne und Lena war unglaublich wichtig, da Lena nicht viele sichere und stabile Beziehungen zu Erwachsenen gewohnt war. Sie konnte sehen, wie eine normale Familiendynamik mit stabilen Beziehungen funktionierte. Das war ein großer Kontrast zu ihrem eigenen Leben und ihrer Erziehung. Aber es bedeutete auch, dass sie ihre eigenen Erfahrungen in Sanne widerspiegeln konnte. Sanne war Lenas Vorbild, was alles viel leichter machte.
Werden Sie Freiwilliger
Neun junge Menschen stehen auf der Warteliste und benötigen dringend Hilfe bei der Wohnungssuche. Wenn Sie einem jungen Menschen helfen möchten, rufen Sie unter 41948803 an und erfahren Sie mehr. Das Dänische Rote Kreuz geht nicht davon aus, dass die Beziehung wie die von Sanna und Lena verläuft, da jeder Mensch ganz individuelle Bedürfnisse und Lebensumstände hat.
Zuhause für Sie
„Home for You“ ist ein Projekt, bei dem Freiwillige jungen Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, zu einer festen Wohnung verhelfen. Dazu wird jedem jungen Menschen ein Freiwilliger zugeteilt, der sich regelmäßig trifft, um gemeinsam nach einer passenden Wohnung zu suchen. Als Freiwilliger werden Sie Wohnmentor für junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren, die beispielsweise vorübergehend bei Familie und Freunden übernachten. Erfahren Sie mehr über die Tätigkeit als Wohnmentor. hier eine Zeit zu buchen..
Sanne entschied sich außerdem dafür, Gastfamilie zu werden, wobei dem Jugendlichen ein Zimmer im Haus der Gastfamilie zur Verfügung gestellt wird. Lesen Sie mehr über die Tätigkeit als Gastfamilie. hier eine Zeit zu buchen..